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Layena Bassols Rheinfelder

Wir haben eine Geschichte,
aber wir sind nicht unsere Geschichte
was wir sind ist viel, viel mehr

- Stille, Weite, Liebe, Wachsamkeit -

wer bist Du ohne Deine Geschichte?

Richard Bach erzählt im gleichnamigen Buch von der „Möwe Jonathan“ für die das Leben mehr war als nur Futtersuche:

„Sie trennte sich von ihrem alten Schwarm,
suchte eine neue Wirklichkeit mit neuen Freunden
und kehrte zurück zum Schwarm,
um das Erfahrene mit ihnen zu teilen.“

Art of Life – Leben als Kunst

Mit meiner Arbeit möchte ich nicht nur Wissen weitergeben, so wertvoll dieses sein mag, sondern mit meinen Seminarteilnehmern und Patienten  auch die Schätze meiner eigenen Entwicklung teilen. Vielleicht haben Sie Lust, lieber Leser, mit mir zu reisen und ein wenig über die Landschaften zu erfahren, denen ich im Laufe meines Lebens begegnen durfte?

Mein bisheriger Weg war nicht ein glatter, ebener Pfad, sondern voller Kurven, Hindernisse, Berge, Täler, dunkler Wälder und lichter Frühlingswiesen. Es war ein intensives Leben voller reicher Erfahrungen, die Tiefe und Verständnis für Menschen und Situationen erforderten.

Ursprünglich wollte ich Ärztin werden, aber spätestens nach meiner Mandelentfernung mit 16 Jahren wusste ich, dass ich einen anderen Weg gehen musste. So begann ich, zuerst in München, dann in Bonn und Aachen Biologie zu studieren in der Hoffnung, dort eine wissenschaftliche Basis für meine Liebe zur Natur zu entdecken.

Mit meinem Partner und einem anderen Paar und dessen drei Kindern zog ich nach Ostbelgien aufs Land, wo wir in einer kleinen Gemeinschaft lebten. Dazu kamen Ziegen, Hühner, Schweine, ein Webstuhl und ein Spinnrad. Wir verbrachten die Zeit strickend, Kräuter sammelnd, die Natur wahrnehmend, die Liebe entdeckend.

Das Biologiestudium erwies sich für mich als eine Enttäuschung. Statt mich der Natur näher zu bringen, wurde diese zerstückelt, zerkleinert und analysiert. Obwohl ich im Vordiplom die Note 1,8 hatte, entschied ich mich deshalb mit 21 Jahren, gerade schwanger, mein Studium abzubrechen. Ich heiratete den Vater meines zukünftigen Sohnes und suchte mit ihm eine alternative Lebensgemeinschaft:

In Spanien (Galizien) gab es eine Landkommune jenseits eines Stausees, die sich in leerstehenden Häusern ohne fließend Wasser, Strom, Autos oder Straßen angesiedelt hatte – dorthin zogen wir. Das Dorf bestand aus ca. 50 Menschen, die sich wirtschaftlich in Familien organisiert hatten, einer Herde von ca. 100 Ziegen und einem Kartoffelacker. Wir backten Brot, fischten Forellen und bestellten den Garten. Jeder hatte seine eigenen Hühner oder andere Haustiere. Dort gebar ich mein zweites Kind, eine Tochter. Auf Grund meiner Erfahrung mit Heilkräutern und den eigenen Hausgeburten wurde ich im Laufe der Zeit als Heilerin und Ersatzhebamme eingesetzt.

Osho, meinen spirituellen Meister, lernte ich 1982 kennen. Wir zogen in die Kommune nach Madrid, vom Landleben in die Großstadt. Später wurde die Madrider Kommune mit der in Köln zusammengelegt. Zwei Busse fuhren die etwa 50 Mitglieder nach Köln, wo ich mit 400 Menschen aus verschiedenen Kulturen, Kreisen, Berufen, zusammen lebte und arbeitete in der Hoffnung, eine neue bessere Lebensform gefunden zu haben und nun zu verwirklichen. Drei Jahre später 1985 brach unsere Kommune zusammen und damit ein gemeinsamer Traum.

Das unsanfte Erwachen aus diesem gemeinsamen Traum erlebte ich als schmerzhaft und ich brauchte lange Zeit, um die daraus entstandenen Wunden zu heilen. Erst nach meiner Desillusionierung konnte ich erkennen, wie sehr ich mein eigenes Gespür einem Gruppenzwang untergeordnet hatte.

Auf der anderen Seite habe ich in dieser Zeit vieles gelernt und erfahren, für das ich heute dankbar bin. Als Geschenk aus der damaligen Zeit nehme ich es heute mit, jeden Menschen zu ermuntern, seinem inneren Gespür zu trauen und den Träumen von einer „besseren Welt“ mit sehr viel Achtsamkeit zu begegnen. Letztendlich findet sich in jeder Erfahrung, die wir durchlaufen, allerdings auch ein tieferer Sinn. Dieser zeigt sich mir aber erst schrittweise. Erst indem ich in Frieden komme mit dem, was ist und mit dem, was war, kann ich größere Zusammenhänge erkennen.

Die Vergangenheit, ja sogar frühere Leben, schwappen manchmal in die Gegenwart und wollen im „Hier und Jetzt“ bewältigt und damit aufgelöst werden. So zeigte mir beispielsweise eine Erfahrung aus einem früheren Leben als Jüdin im KZ des 3. Reichs die Gefahr totalitärer Systeme und Ansprüche auf.

Meine Liebe zu Osho als meinem Meister hat sich, geläutert durch meine Erfahrungen mit der Kommune, nicht gemindert, aber ihren Ausdruck verändert: Nicht mehr als selbstverleugnende Hörigkeit gegenüber einer Organisation, sondern als Dankbarkeit für die Geschenke der Bewusstheit und Meditation, die ich durch Osho erfahren durfte und erfahren darf.

Eine Segelyacht, 15 Meter lang, in Ibiza, sollte für mich und meine beiden Kinder neuer Lebensmittelpunkt werden. Damit einher gingen die Trennung von meinem ersten Mann und eine neue Beziehung. Wir verdienten unser Geld mit Segel-Chartertouren. Tiefgehend und beglückend lebte ich zwei Jahre lang in Einklang mit den Elementen, Wasser, Wellen, Sonne und wilder Natur. Dann zog es mich wieder nach Indien, wo Osho mittlerweile im Ashram in Poona lebte.

Meditation, Therapie und Feiern gaben sich in Poona die Hand. In dieser sehr erfüllten Zeit arbeitete ich als Übersetzerin, besuchte die Vorträge meines Meisters in den letzten Jahren seines Lebens und zog weiter meine beiden Kinder groß.

Eine der schönsten Zeiten meines bisherigen Lebens begann. Ich erlebte viele Heilungen und Befreiungen von inneren Fesseln. Ich lernte eine besondere Heilmethode, das Tibetan Pulsing Healing, kennen und lieben, und besuchte zahlreiche Meditations- und Therapiegruppen.

Freiburg, später München, die Geburtstadt meiner Mutter, sollte nach Oshos Tod 1993 neuer Wirkungsort werden. Da ich in Deutschland in einem Heilberuf arbeiten wollte, entschied ich mich für die Heilpraktikerausbildung, bestand die Prüfung und wurde Heilpraktikerin.

In Gruppen, Seminaren und Einzelbehandlungen begann ich, all das, was ich in meinem Leben gelernt und erfahren hatte, an andere weiterzugeben. Auch lernte ich meinen zweiten Ehemann kennen und gründete damit eine neue Familie.

Meine eigene innere Suche war trotzdem noch nicht beendet und so öffnete ich mich für verschiedene Satsanglehrer, welche nach München kamen. Samarpan wurde mein spiritueller Lehrer und half mir die vielen Herausforderungen des Lebens zu meistern – aber auch mich selbst zu erkennen.

Mein Erwachenserlebnis am 21. März 2000 auf Gomera in einem Retreat mit Samarpan  in Begleitung meiner Freundin, der Satsanglehrerin Neeru, zeigte sich als Beginn einer neuen Reise, denn die Desidentifikation mit dem Verstand (mind) bröckelt erst langsam ab.

Die Zeit mit meinem zweiten Ehemann ging in anhaltender Freundschaft und Verbundenheit zu Ende, es erfolgte eine Trennung in Friede und Harmonie mit Wegzug aus München. Weitgehend befreit von den Mutterpflichten meiner inzwischen volljährigen Kinder folgte eine Zeit tiefer Selbstbesinnung.

Heute lebe ich an einem Platz am Ammersee, der für mich eine sehr heilende Energie ausstrahlt, direkt am Strand im Landschaftsschutzgebiet in Natur und Stille, wo ich meiner Kreativität Ausdruck geben kann. Ich bin dankbar, einen so idyllischen Ort gefunden zu haben mit eigenem Gemüsebeet.

Es erfüllt mich eine tiefe Dankbarkeit für den Reichtum, der mir im Laufe meines Lebens zugeflogen ist, in Form von Partnern, Kindern, Freunden, Meistern, Lehrern, Erlebnissen, Höhen und Tiefen.

Meine beiden Kinder gehen ihren eigenen Weg: Mein Sohn ist Physiker geworden, lebt in Berlin und arbeitet für eine ökologisch orientiere Firma, meine Tochter studiert Kunst in der Kunstakademie in München und möchte Kunsttherapeutin werden.

Ich freue mich, die Liebe und Dankbarkeit, die ich in meinem Leben erfahren habe, in meinen Kursen und persönlichen Begegnungen weiterzugeben.